Studie zum Tourismus nach Corona

Wie geht es nach Corona weiter, welche Chancen haben die Betriebe? Eine brandaktuelle Studie von „Karmasin Research“ im Auftrag von Österreich Werbung und den Landestourismusorganisationen bietet Antworten auf Fragen, die die österreichische Tourismus- und Freizeitwirtschaft intensiv beschäftigen.

Dass nach Corona bei den Gästen neue Werte und andere Bedürfnisse in den Vordergrund rücken und sich daraus neue Chancen für den Tourismus ergeben – daran lässt die Ende April durchgeführte Studie keinen Zweifel. Das wohl wichtigste Ergebnis: Die Urlaubssehnsucht ist weiterhin stark ausgeprägt, 30 % der Österreicher planen einen Sommerurlaub 2020 (61 % davon in Österreich) und/oder einen Herbsturlaub (25 %), und/oder einen Winterurlaub (10 %).

Regionale Qualität im Vordergrund

Für mehr als die Hälfte der Befragten wird Freiheit, Natur, Miteinander und Sicherheit nach der Pandemie wichtiger sein als davor. Aber auch Werte wie Heimat, Vertrautheit, Gelassenheit und Nachhaltigkeit rücken für viele nun in den Fokus. Für jene, die einen Österreich-Urlaub planen, sind Freiheit, ruhige Naturerlebnisse, Miteinander bzw. Geselligkeit, Heimat sowie Nachhaltigkeit und Entschleunigung die Top-Themen. Auch Mobilität und Erreichbarkeit – insbesondere auch die „Last Mile“ zur Unterkunft – werden immer wichtiger. Ebenso touristische Angebote für alle Generationen – etwa speziell für Senioren oder Programme mit Kinderbetreuung.

In der Bewerbung sollte die Qualität der jeweiligen Region in den Vordergrund gerückt („inszeniert“) werden. Es gilt, verstärkt auf hochwertige, zeitgemäße und attraktive Angebote hinzuweisen und sich nicht allein auf den Stammgästebonus bzw. die „Loyalität zu österreichischen Betrieben“ zu verlassen. Gesundheitsfragen sollten keinesfalls im Vordergrund stehen, da die Menschen davon in der jüngsten Vergangenheit genug gehört haben. Wichtig: Die Studie rät, einen schädlichen Preiskampf unbedingt zu vermeiden, auch wenn Gäste und Branche aufgrund der finanziellen Betroffenheit Preisreduktionen erwarten.

Tragfähige Konzepte

Die in der Studie befragten Experten weisen deutlich darauf hin, dass der heimische Tourismus nach der Krise gute Chancen hat, neue Segmente zu stimulieren und langfristig neue Stammgäste zu binden. Besonders wichtig ist, Urlaub in Österreich nicht als „Notlösung“ zu positionieren, sondern als langfristige Perspektive – und zwar mit tragfähigen und attraktiven Konzepten. Als solche gelten:

  • Schau auf Dich, gönn Dir was: Die Mischung aus Kulinarik, Natur, Bewegung und Freiraum beim Urlaub in Österreich ist ein besonderer Genuss, den man sich jetzt gönnen sollte.
  • Es tut Dir gut: Urlaub in Österreich ist nicht nur im Moment ein Genuss, sondern hat viele positive und anhaltende Effekte auf Körper, Geist und Wohlbefinden.
  • Lass Dich überraschen: Entdecken, was Österreich bieten kann: unbekannte Naturerlebnisse, Orte in Österreich erkunden, Erlebnisse vor der Haustüre.
  • Die neue Sommerfrische: Verantwortungsvoller Tourismus, der auf Umwelt, Nachhaltigkeit, Bewohner und Lebensqualität achtet.
     

Mit derartigen Konzepten könnte das heimische Angebot später auch für Gäste aus dem Ausland interessant werden, da man Österreich mit einer starken, kontrollierten Virusbekämpfung assoziiert. Somit könnte sich Österreich nicht nur als attraktives, sondern auch als sicheres Land in der Post-Coronazeit positionieren.

Umgesetzt wurde die Studie mit zehn Expertengesprächen mit Wissenschaftlern und Touristikern sowie einer Trend- und Zukunftsanalyse, die durch eine Onlinebefragung von über 1.200 Österreichern zwischen 16 und 75 Jahren gestützt wurde.

ACHTUNG: Die Ergebnisse der Studie sind ausnahmslos zu Ihrer internen Information und nicht zur Weitergabe an Dritte. Vielen Dank!


13.05.2020