Rekordwerte 2015 – bald 1 Million Gäste


Trend zu höherwertigen Unterkünften wurde bestätigt, die Gäste aus Österreich bevorzugen vier Sterne und bestimmen immer noch stabil das Geschäft im Burgenland, das Hoch aus dem Osten hält an und besonders erfreulich: der Tourismus bleibt auch in schwierigen Zeiten Wachstumsbranche im Burgenland. Zufrieden und zuversichtlich aber ohne Überschwang bilanzierten das Land und Burgenland Tourismus das Jahr 2015. Zu den Rekordwerten bei Gästeankünften und Wertschöpfung gesellten sich bei der Präsentation der Zahlen auch Überlegungen und Strategien zur Weiterentwicklung. 

Gleich vorweg: Im vergangenen Jahr verbrachten mehr Menschen als jemals zuvor ihren Urlaub im Land der Sonne! Die Zahl der Gästeankünfte kletterte um ein Prozent auf einen neuen Rekordwert von 970.355. Das waren exakt um 9.669 Touristen mehr als im Jahr davor. Zuwächse gab es sowohl bei den Gästen aus dem Ausland (mit einem Plus von 1,2 Prozent auf 182.329) als auch aus dem Inland (plus 1 Prozent auf 788.026). Betrachtet man allerdings die Entwicklung der gesamten Ankünfte der letzten zehn Jahre, zeigt sich eine Steigerung von sehr erfreulichen 28,5 Prozent! Das wiederum bedeutet, dass der gesamte Tourismus im Burgenland schon von Anfang der Jahrtausend-Wende den richtigen Weg eingeschlagen hat.

Auch das Nächtigungsergebnis 2015 fiel mit 2.914.753 Übernachtungen leicht positiv für das Burgenland aus. Der Zuwachs beträgt 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Berücksichtigt werden muss dabei, dass es 2015 sowohl in Bad Tatzmannsdorf also auch in Lutzmannsburg vorübergehende Betriebsschließungen gegeben hat, die das gesamte Burgenland geschätzte 30.000 Nächtigungen gekostet haben! Ziel ist es nach wie vor, in absehbarer Zeit die Millionengrenze bei den Gästeankünften zu überschreiten.

Trend zur Qualität setzt sich ungebrochen fort

Betrachtet man die Zahlen im Detail, so ergeben sich eindeutige Signale: Die bemerkenswertesten Steigerungen bei den Ankünften verzeichneten im vergangenem Jahr die Hotels der Fünf- und Vier-Sterne Kategorie mit +1,9 Prozent. 497.596 Gäste - und damit mehr als die Hälfte aller Burgenland-Urlauber! - entschieden sich für einen Aufenthalt in eben dieser gehobenen Hotelkategorie. Gleiches bestätigt auch das positive Ergebnis der Sommersaison 2015 mit einem Gesamtzuwachs von + 2,4 Prozent bei den Übernachtungen in der 5/4-Stern Kategorie, das sind rund 18.000 Übernachtungen mehr als im Jahr davor! Signifikant rückläufig sind die Nächtigungszahlen hingegen in der Ein- und Zwei-Sterne Kategorie mit einem Minus von 12 Prozent. Auch bei den Privatquartieren wurde sowohl bei den Ankünften als auch bei den Nächtigungen ein Minus verbucht. 

Über eine halbe Milliarde Euro Wertschöpfung aus dem Tagestourismus

Sind Übernachtungs- und Gästezahlen grundsätzlich eher statistische Werte und sagen sie nur wenig über die wirtschaftliche Kraft und Entwicklung aus, so ist die Betrachtung der Einnahmen eine noch wertvollere. Eine diesbezüglich kürzlich veröffentlichte Studie des Marktforschungsunternehmens Kreutzer, Fischer & Partner bestätigt den burgenländischen Tourismus als einen der größten Impulsgeber für das Bundesland!

Der Tagestourismus ist mit 89 Prozent dabei überproportional gewachsen. Von den 1,04 Milliarden Euro Tourismus-Umsätzen im Vorjahr - das sind übrigens 9,1 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Burgenlandes - stammt in etwa die Hälfte aus dem Tagestourismus, ein Drittel aus dem Nächtigungstourismus und knapp ein Fünftel aus dem Bereich touristische Nebenwohnsitze. Schon jetzt sind mehr als 14.000 Personen im Tourismus beschäftigt, das ist jeder siebente Arbeitsplatz im Land.

Österreich-Gast bestimmend im Burgenland

Rund 81,2 Prozent aller Urlauber kamen 2015 aus Österreich (788.026 Ankünfte). Damit hat das Burgenland mit Abstand den höchsten Inländeranteil aller Bundesländer bei den Urlaubern. Dies macht zwar den Tourismus im Burgenland relativ krisensicher, ein größerer Gäste-Nationenmix wird allerdings angestrebt. Prozentuell war von Burgenlands Kernmärkten der Nächtigungszuwachs bei den italienischen Urlaubern am größten – mit einem Plus von 7,7 Prozent auf 11.386 Übernachtungen. Sehr erfreulich ist ebenso eine Nächtigungssteigerung von 6,0 Prozent am slowakischen Markt, von 1,7 Prozent am tschechischen Markt und 0,5 Prozent bei den ungarischen Nachbarn.

Schwieriger Markt Deutschland

Ein kleiner Wermutstropfen ist der Rückgang bei den Nächtigungen aus dem für das Burgenland drittwichtigsten Herkunftsmarkt Schweiz/Liechtenstein - mit einem Minus von 0,6 Prozent bei den Übernachtungen, jedoch gleichbleibenden Ankünften. Als schwierig stellt sich derzeit der deutsche Markt dar. Hier reicht die Konkurrenz für das Burgenland von Deutschland selbst - jeder dritte Deutsche urlaubt nämlich im eigenen Land – bis zu "Sonne-und-Strand"-Destinationen wie etwa Griechenland, Spanien und Italien. Außerdem liegt der alpine Bergurlaub im Trend und auch der Städtetourismus erlebt einen Boom, während der Urlaub am See, ein eher stagnierendes Angebotssegment darstellt. Entsprechend sanken die Nächtigungen bei den deutschen Gästen um 1,6 Prozent. Die Deutschen bleiben aber im Burgenland unangefochten die Nummer eins bei den Auslandsnächtigungen. Ihr Anteil macht hier 63,8 Prozent aus.


15.03.2016